Digitale Botschafter der Dorfgemeinschaft 2.0 versilbern das Netz

Hamburgerin des Jahres begeistert im Tierpark Nordhorn

Die Hamburgerin des Jahres 2018, Dagmar Hirche, referierte über die Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt für die älterwerdenden Menschen. Die Kooperationsveranstaltung der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. mit ihren Mitgliedern Tierpark Nordhorn, Lebenshilfe Nordhorn und Grafschafter Volksbank richtete sich im Rahmen des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0 an Senioren aus der Modellregion Grafschaft Bentheim/Südliches Emsland, die große Neugier an aktuellen Informationen aus der digitalen Welt zeigten. Warum sollte sich die ältere Generation noch mit den neuen Medien auseinandersetzen? Wofür benötigen Senioren die digitale Welt? Wer hilft dabei?

Diese Fragen beantwortete Dagmar Hirche sympathisch und in einer mitreißenden Art durch anschauliche Beispiele aus ihren bereits mehreren tausenden Schulungsmaßnahmen mit ihrem gemeinnützigen Verein „Wege aus der Einsamkeit e. V.“: „Vieles wird in Zukunft nur noch online gehen und hier müssen wir die Senioren mit einbeziehen. Die Zahl interessierter Teilnehmenden an den wöchentlichen Schulungen im Sony Center in Berlin steigt kontinuierlich.

Der Moderator und Projektleiter des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0, Thomas Nerlinger ergänzte, indem er von einer digitalen Teilhabe als Voraussetzung für soziale Teilhabe sprach: „Wir können den älteren Menschen nicht einfach so Digitalisierung verordnen. Das funktioniert weder in Berlin, München oder auf dem Land. Das hat vergleichsweise mit der Umstellung auf Rechtsverkehr 1967 in Schweden auch nicht funktioniert und zu einem Verkehrschaos geführt. Wichtig ist es, durch Spaß, Freude, Gemeinsinn und einfachen Erklärungen neue digitale Botschafter zum Mitmachen zu bewegen. Nur so lassen sich Hemmschwellen abbauen und Menschen durch digitale Möglichkeiten für die soziale Teilhabe begeistern. Jeder Mensch, der so die Einsamkeit überwindet und davon profitiert, bedeutet einen großartigen Erfolg für unsere Gemeinschaft auf dem Lande in Zeiten von Demografischem Wandel und zunehmender Digitalisierung. Technische Möglichkeiten, um selbstbestimmt länger in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, sind bereits vorhanden. Diese gilt es,den Senioren bedarfsgerecht zu erklären und ihnen die Angst zu nehmen.“

Mit niederschwelligen Beispielen, wie z.B. dem Foto einer Schulung von Nonnen hat Dagmar Hirche für einige schmunzelnde Gesichter gesorgt. Über 40 teilnehmende ältere Multiplikatoren aus Seniorenbeiräten, Kirchengemeinden, Initiativen und Vereinen wollten ihrem Vortrag lauschen und sich in gemütlicher Atmosphäre im Gasthaus De MalleJan im Tierpark Nordhorn zu den digitalen Themen austauschen.

In einem zweiten Vortrag ging Sarah Beernink von der Grafschafter Volksbank auf die Möglichkeiten des Online-Bankings ein. Hierbei erläuterte sie anhand von einfachen Beispielen ein mögliches E-Mail-Postfach oder die Option, die Kontoauszüge bereits von Zuhause aus sich sichten zu können. Zur Frage der Sicherheit kamen einige Rückfragen. Hier konnte Beernink den Senioren ihre Ängste nehmen und wies daraufhin, dass die meisten Betrugsfälle heutzutage aus den analogen Überweisungsträgern resultieren.

In einer abschließenden Gruppenarbeit haben die Senioren ihre Erfahrungen mit den digitalen Endgeräten geschildert und aufgezählt, welche Apps (Applikationen) sie bereits heute auf ihren Smartphones und Tablets benutzen. „Diese Form des Zusammentreffens hat mir sehr viel Spaß bereitet,“ schilderte eine Teilnehmerin. „Nur wenn der Spaß im Vordergrund steht, werden alle beteiligten Personen mit hoher Motivation etwas erreichen,“ gab Dagmar Hirche den Anwesenden zur Verabschiedung mit auf dem Weg.

Thomas Nerlinger, Initiator der Veranstaltung, erhofft sich aus der Veranstaltung heraus digitale Botschafter der Dorfgemeinschaft 2.0 und neue inspirierende Ideen für die Seniorenbeiräte in den Kommunen. „Wir werden hier weiter unterstützen und an der Seite der Seniorenbeiräte stehen,“ zeigte er sich erfreut über die positive Resonanz und den schönen Vormitttag und fügt hinzu: „Ich bin begeistert, dass unsere neuen digitalen Botschafter aus Lingen nach den Sommerferien zu einer Folgeveranstaltung in Lingen (Ems) einladen werden. Bis dahin wird es hoffentlich noch weitere interessierte digitale Botschafter für unsere Gesundheitsregion EUREGIO geben, die sich gern bei unserem Projektteam der Dorfgemeinschaft 2.0 melden können.“

Fotos: Franz Frieling

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