Länderübergreifender Gesundheitsgipfel stellt Initiativen vor


Moderatoren der Foren zur Abschlussrunde: Milorad Pajovic, Chrstian Fitte, Petra Rambow-Bertram, Thomas Bodmer, Thomas Nerlinger, Christoph Almering, Prof. Dr. Alex Friedrich, Dr. Dirk Lüerßen (Foto: Franz Frieling, von links).

Thomas Nerlinger, Geschäftsführer, Vorstand und Projektleiter der Gesundheitsregion EUREGIO e. V. und Initiator und Mitveranstalter des Länderübergreifenden Gesundheitsgipfels, freute sich, dass am 01.10.2019 auch das vierjährige Innovationsfondsprojekt Regionales Pflegekompentenzzentrum (ReKo) gemeinsam mit der DAK Gesundheit und der Universität Osnabrück gestartet ist: „Es geht darum, dass wir Potenziale gemeinsam erkennen und Kompetenzen bündeln, gerade im Bereich der Pflege. Landesgrenzen sollten dabei keine Rolle spielen. Die Herausforderungen sind in Deutschland und den Niederlanden ähnlich. Was die unterschiedlichen Pflegesysteme in beiden Ländern angeht, können wir da gerade entlang der Grenze voneinander lernen.“ Die Vorteile des ReKo bündeln sich beispielsweise in der stationären Pflege, wie im ehemaligen Marienkrankenhaus in Nordhorn. Wir setzen hier auf die Digitalisierung. So können wir die Zusammenarbeit von Ärzten, Case Managern und Pflegeheimen Hand-in-Hand erleichtern.

Forum Apotheke 2.0: Apotheke vor Ort eine entscheidende Rolle für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung

Im Forum „Apotheke 2.0“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber diskutiert, welche Rolle die Apotheke in der zukünftigen Gesundheits- und Pflegeversorgung spielt. Nach einer Kurzvorstellung des Projektes von Gesundheitsregion EUREGIO, Apothekerverband Westfalen-Lippe und der Universität Osnabrück wurden im Rahmen eines World Cafés drei Themen behandelt: Erwartungen an die Apotheke der Zukunft und Möglichkeiten der Digitalisierung, Intersektorale Kommunikation, Herausforderungen einer zukünftigen Gesundheits- und Pflegeversorgung.

Insgesamt waren die Teilnehmer sich einig, dass die Apotheke vor Ort eine entscheidende Rolle für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung darstellt. „Insbesondere ältere Menschen nehmen häufig mehrere Medikamente gleichzeitig“, weiß Moderator, Apotheker und Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion EUREGIO, Abed Daka, aus eigener Erfahrung. Dabei sei es wichtig, dass jemand den Gesamtüberblick und mögliche Wechselwirkungen im Blick behält. Für die Projektmitarbeitenden Alina Behne und Christian Fitte steht fest: „Die Aufgaben einer Apotheke besteht nicht nur aus der Abgabe von Arzneimitteln. Vielmehr könne die Apotheke als zentraler Gesundheitslose agieren und die verschiedenen Leistungserbringer miteinander koordinieren. Die nahtlose Kommunikation und flächendeckende Versorgung kann durch den Einsatz verschiedener Technologien optimal unterstützt werden.“

NDGR-Forum: ZukunftsAgenda 2025 – Mehr Gesundheit wagen! Gesundheitsregionen als Innovationstreiber 

Das Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.) stellt mit seiner ZukunftsAgenda2025 (ZAG 2025) einmal mehr unter Beweis, dass Innovationen in Gesundheitswirtschaft und -versorgung zum täglichen Geschäft der Netzwerke und regionalen Kooperationen gehören.

Beim Forum „Mehr Gesundheit wagen! Gesundheitsregionen als Innovationstreiber“ wurde klar: Es sind gerade die Gesundheitsregionen „vor Ort“, die sich als Initiatoren und Promotoren für regionale sektorenübergreifende Versorgungsinnovationen engagieren und aufzeigen, dass zukunftsfähige Lösungen in der praktischen Umsetzung möglich sind. Die Gesundheitsregion EUREGIO engagiert sich als Mitglied aktiv im NDGR. Grundlage hierfür ist eine neue Kultur der Kooperation – Gesundheitsregionen sind die Akteure, die diese anregen, inspirieren und organisieren können. Dies gilt umso mehr bei den in der ZAG2025 fokussierten Schwerpunktthemen „Versorgungsmanagement“, „digitale Unterstützung für neue gesundheitsbezogene Leistungen“ sowie „Fachkräfte, Arbeit und Qualifizierung in der Gesundheitswirtschaft“. 

So wurde auch im heutigen Forum des NDGR intensiv miteinander darüber diskutiert, wie die „Quadratur des Kreises“ gelingen kann, dass neue Versorgungsformen nicht nur mehr Gesundheit schaffen, sondern gleichermaßen die Arbeit wirksamer und attraktiver machen können. Exemplarisch wurde ferner aufgezeigt, dass Gesundheit einen wesentlichen Standortfaktor für Kommunen darstellt und welche regionalen Strategien und Handlungsfelder bei der Entwicklung, Erprobung und – bei Erfolg – Umsetzung neuer, verbesserter Gesundheitslösungen wirksam werden.

EUREGIO-Forum stellt grenzüberschreitende Initiativen zu Digitalisierung und Innovation in der Gesundheitswirtschaft vor

In diesem Rahmen organisierte die EUREGIO das Forum D. Dabei ging es um das Thema „Digitalisierung und Innovation in der Gesundheitswirtschaft im Grenzgebiet“. Bei dem EUREGIO-Forum stellten sich grenzübergreifende Initiativen vor. Christoph Almering, Vorstandsmitglied bei der Gesundheitsregion EUREGIO und Geschäftsführer des EUREGIO Zweckverbands, hielt eingangs einen Impulsvortrag zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Anschließend präsentierte das Team von Priv.-Doz. Dr. Matthias Freise (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) die Ergebnisse einer Studie zu „Möglichkeiten und Grenzen der Gesundheitskooperation in der EUREGIO“ vor. Auch stellten Dr. Vincent Hofbauer (Uniklinikum Münster) und Andreas Fiebig (InterMedCon) das deutsch-niederländische INTERREG-Projekt SMOVE vor. Ziel von SMOVE ist die Entwicklung eines intelligenten Geräts zur klinisch validierten Bewegungsbewertung, -diagnose und –überwachung, das im häuslichen Umfeld eingesetzt werden kann.

Mehrwert grenzübergreifender Initiativen

Christoph Almering, erklärte den Mehrwert von Initiativen, die gemeinsam mit Partnern aus dem Nachbarland verwirklicht werden: „Zahlreiche INTERREG-Projekte haben schon gezeigt, dass sich grenzübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich lohnt. Einige gute Beispiele werden auf dem Gesundheitsgipfel vorgestellt, wie die deutsch-niederländischen Projekte SMOVE oder auch EurHealth-1Health und health-i-care unter Federführung der Universität Groningen.“ Er fügte hinzu: „Diese Liste könnte man fortführen, zum Beispiel mit dem erfolgreichen PREpare-Projekt, das inzwischen abgeschlossen ist, dessen Ansatz nach Ende der INTERREG-Förderung aber weiterentwickelt wird. Dabei geht es darum, Rettungseinsätze möglich zu machen, bei denen auch ein Krankenhaus im Nachbarland angefahren werden kann, wenn das Zeit spart und möglicherweise Leben rettet. Solche mit EU-Förderung auf den Weg gebrachten Gesundheitsprojekte kommen ganz unmittelbar den Bürgerinnen und Bürgern im Grenzgebiet zugute.“

Wachstumsregion Ems-Achse: Ganze Region bewirbt sich um Nachwuchs in der Pflege & Medizin

Im Forum der Wachstumsregion Ems-Achse ging es um die Gewinnung von Ärzten und Pflegefachkräften. „Wer Ärzte für eine ländliche Region gewinnen will, muss begreifen, dass sich eine Region im Team um einen Kollegen bewirbt. Verbindliche Kommunikation, Kinderbetreuung, Arbeit – und Freizeitangebote für den jeweiligen Partner können entscheidend sein“, fasste Dr. Sigrid Leferink, Vorsitzende des Grafschafter Ärztenetzes, ein Ergebnis zusammen. „Die Region bietet dabei viele Vorteile. Diese müssen noch deutlich dargestellt werden, damit die Klischees über ländliche Räume entkräftet werden“, so Ems-Achse-Geschäftsführer Dr. Dirk Lüerßen.

Fotos: Franz Frieling (Ehrenmitglied)

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