Frühlings-Visite thematisiert betriebliche Suchtprävention auf dem Gut Klausheide

Eltern als Vorbilder unersetzbar

Auf Einladung der Kreisvorsitzenden des AWO Kreisverband Grafschaft Bentheim, Sigrid Stinn – Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion EUREGIO – kam die Gesundheitsregion EUREGIO e.V. zu einer Frühlings-Visite auf dem Gut Klausheide zusammen, um über betriebliche Suchtprävention und allgemeine Suchtgefahren zu sprechen.

Nach einer Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden der Gesundheitsregion EUREGIO e.V., Dr. Arno Schumacher gaben Sigrid Stinn und die Einrichtungsleiterin Renate Koopmann einen Einblick in die Arbeit des AWO Kreisverbandes Grafschaft Bentheim und speziell in die Einrichtung Gut Klausheide, die für Menschen mit chronischen Suchterkrankungen ein Wohnumfeld mit verschiedenen tagesstrukturierten Angeboten anbietet.

Die rund 70 anwesenden Gäste konnten sich bei der anschließenden Führung durch z.B. die Werkstatt und Teile des ca. 13 ha großen Geländes einen Eindruck von den Angeboten der AWO auf dem Gut Klausheide machen. Neben einer Ergotherapie zum Trainieren von Wahrnehmung und Merkfähigkeit bietet der gesamte Außenbereich, die Holzwerkstatt und die Einrichtungsküche vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, in denen jeder seine Fähigkeiten erproben und erweitern kann.

„Durch unsere Angebote bleibt viel Raum und Zeit, um zu sich zu finden und somit die Auswirkungen der Sucht besser zu begreifen,“ berichtete Frau Koopmann am Rande des Rundganges.

In seinem Vortrag in der Aula des Gutes Klausheide erläuterte Chefarzt Dr. med. Ansgar Siegmund die Folgen einer Alkoholsucht bis hin zu einer akuten Entgiftung auf der Abteilung Psychiatrie in der EUREGIO-Klinik. In Betrieben ebenso wie in Schulen sei es wichtig, Symptome von Sucht zu erkennen, so könne z.B. unkoordinierte Hyperaktivität von Mitarbeitern oder Schülern ebenso wie phasenweise Müdigkeit auf Suchtprobleme hindeuten, schilderte Dr. Siegmund.

Neben Dr. Siegmund waren auch Lothar Bergner (Drogenberatungsstelle Grafschaft Bentheim) und Elisabeth Eistrup (Schulleiterin Bildungsstätten für Gesundheitsberufe) an der anschließenden Talkrunde beteiligt. Sie nahmen aus ihrer Sicht Stellung zu den unterschiedlichsten Themen der Sucht. So erläuterte Herr Bergner, dass neben Alkohol und Rauschmitteln, dass Smartphone ein weiteres ernstzunehmendes Suchtmittel sei. Die Sucht beginne heute viel früher und bereits 14 -Jährige Jugendliche zählen zu seinen Klienten. Dies sei früher nicht der Fall gewesen. Dr. Siegmund berichtete, dass durch Suchtgefahren das Sozialverhalten und das Leistungsniveau insbesondere in Schulen stark negativ beeinflusst werden könne. Frau Eistrup als Schulleiterin der Pflegeschule ging auf diese Thematik ein und sagte, dass an den Schulen überlegt werde die Handys während der Unterrichtszeit zu verbieten.

Zusammenfassend waren sich alle Diskutanten einig, dass gerade Eltern als Vorbild fungieren, sowohl was den Alkoholgenuss als auch den Handygebrauch betrifft. Gemeinsam könne man den Kindern Werte aus dem sozialen und familiären Umfeld mitgeben, damit diese den Versuchungen der Sucht widerstehen und die Suchtgefahren einschätzen können.

 

 

Fotos

Fotograf: Franz Frieling

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