Fördermitglied DAK-Gesundheit präsentierte am 27.11.2013 Gesundheitsreport 2013: Weniger Kranke in der Grafschaft Bentheim

Als Fördermitglied der Gesundheitsregion EUREGIO präsentierte die DAK-Gesundheit den Gesundheitsreport 2013 am 27.11.2013 in den Räumlichkeiten der EUREGIO-KLINIK.

Der Krankenstand in der Grafschaft Bentheim ist 2012 leicht gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte ab, während sie im gesamten Bundesland Niedersachsen konstant geblieben sind. Mit 3,6 Prozent lag die Region unter dem Landesdurchschnitt (3,8 Prozent). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-Versicherten Arbeitnehmern 36 krankgeschrieben. Der niedrigste Wert in Niedersachsen wurde mit 3,0 Prozent im Landkreis Vechta verzeichnet, der höchste im Kreis Uelzen und Lüchow-Dannenberg mit 4,8 Prozent.

Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für die Grafschaft Bentheim hervorgeht, entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr die einzelnen Diagnosen sehr unterschiedlich. So sanken Krankschreibungen aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen um sieben Prozent. Grund dafür waren weniger Fälle. Dennoch ist diese Diagnose die zweithäufigste Ursache für Arbeitausfall in der Grafschaft. Hauptursache für Krankschreibungen in der Region sind Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen, die um fast 15 Prozent angestiegen sind. Den größten Anstieg gab es bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen. Die Krankschreibungen nahmen um 32 Prozent zu, liegen aber deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

„Der leicht sinkende Krankenstand in der Region ist ein positives Signal“, kommentierte Heinz-Gerd Evers von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Damit sich die Entwicklung positiv fortsetzt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich der Arbeit. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement können Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand bei ihren Beschäftigten sinkt. Ansätze bieten zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung. Hierzu beraten wir gerne.“

Aufklärung über Auswirkungen von Stress im Job

Einen Schwerpunkt setzt die Krankenkasse 2013 mit einer neuen Aufklärungskampagne über die Auswirkungen von Stress im Job: Eine aktuelle Langzeitanalyse für Niedersachsen zeigt, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage bei psychischen Erkrankungen um 83 Prozent gestiegen sind. Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Anstieg 85 Prozent. Gleichzeitig gingen die Krankschreibungen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen deutlich zurück.

Sind heute wirklich immer mehr Menschen psychisch krank? Oder haben sich nur die öffentliche Wahrnehmung und der Umgang mit Belastungen geändert? Nach Einschätzung von Experten nehmen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen vor allem zu, weil Betroffene und Ärzte inzwischen anders mit seelischen Leiden umgehen. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärt Heinz-Gerd Evers von der DAK-Gesundheit.

Burnout ist kein Massenphänomen

Vor zehn Jahren spielte auch das „Burnout“ bei Krankschreibungen kaum eine Rolle. Die aktuelle Diskussion über einen steilen Anstieg der Erkrankung in jüngster Zeit muss relativiert werden. So tritt bei Fehltagen zum Beispiel die Diagnose Depression acht Mal häufiger auf. Im vergangenen Jahr haben die Ärzte in Niedersachsen nur bei etwa jedem 530. Mann und jede 320. Frau ein „Ausbrennen“ auf der Krankschreibung vermerkt. „Burnout ist offensichtlich kein Massenphänomen“, betont Evers. „Es ist eine Art Risikozustand und keine Krankheit.“ Der Begriff sei aber durch viele Medienberichte positiver besetzt und sozial akzeptierter als eine Depression.

Ständige Erreichbarkeit führt zu Depressionen

Laut Studie der DAK-Gesundheit sind auch berufliche Telefonate außerhalb der Arbeitszeit sehr viel weniger verbreitet, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. In Niedersachsen geben zum Beispiel die Hälfte der Beschäftigten an, dass sie noch nie außerhalb der Arbeitszeit von Kollegen angerufen wurden. 68 Prozent der Befragten bekommen nach Feierabend auch keine E-Mails. Allerdings steigt mit dem Ausmaß an Erreichbarkeit auch das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression. Evers: „Für diese kleine Gruppe hat der Wegfall der Grenze zwischen Beruf und Privatleben einen hohen Preis.“

Obwohl psychische Erkrankungen meist zu sehr langen Ausfallzeiten führen, ist die Diagnose aus Sicht der Beschäftigten in vielen Unternehmen weiterhin eine Art Stigma. Ein Vergleich der DAK-Gesundheitsreporte für die Jahre 2004 und 2012 zeigt, dass aktuell das Verständnis von Mitarbeitern und Kollegen eher pessimistischer eingeschätzt wird. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Betriebe und betroffene Mitarbeiter, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen“, fordert Heinz-Gerd Evers von der DAK-Gesundheit. Neue Daten zeigen: Fast jeder zweite Beschäftigte in Niedersachsen würde möglichst niemanden sagen, wenn er an einer psychischen Erkrankung leidet.

Ärzte sehen mehrere Gründe für Anstieg

Die in die Studie einbezogenen Ärzte sehen in Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck und langen Arbeitszeiten eine Ursache für mehr Krankschreibungen mit psychischen Diagnosen. Aus Sicht der Mediziner gibt es für nicht so leistungsfähige Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt. Ferner führe fehlender sozialer Rückhalt außerhalb der Arbeitswelt zu mangelnder Widerstandsfähigkeit gegenüber psychischen Beschwerden.

Die DAK-Gesundheit hat rund 610.00 Versicherte in Niedersachsen, davon rund 11.000 in der Grafschaft Bentheim.

Quelle: DAK-Gesundheit, Heinz-Gerhard Evers, 28.11.2013 – Freigabe mit freundlicher Empfehlung

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